DAS SIND WIR


Die LNG.Agentur Niedersachsen ist bei der MARIKO GmbH in Leer angesiedelt. Hauptaufgabe der MARIKO GmbH ist die Unterstützung von Akteuren in der maritimen Wirtschaft. Durch Vernetzungs­­aktivitäten und die Initiierung von Forschungs- und Kooperationsprojekten werden innovative Vorhaben erarbeitet. Darüber hinaus bietet die MARIKO GmbH Sicherheitslehrgänge für Seeleute und Bordpersonal an.

Die MARIKO GmbH befasst sich bereits seit vielen Jahren mit der LNG-Entwicklung und Marktvorbereitung. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 2013 die „LNG-Initiative Nordwest“ gegründet, in der rund 100 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Träger gemeinsam zu Vernetzungsaktivitäten, Informationsformaten und der Entwicklung von LNG-Innovationsprojekten beitragen.

Im Zuge der Aktivitäten der „LNG-Initiative Nordwest“ wurde 2017 die Potenzialstudie „LNG-Infrastruktur an der deutschen Nordseeküste unter Betrachtung besonders geeigneter Standorte“ erarbeitet, in der die Voraussetzungen und Marktpotenziale für eine LNG-Versorgung sowie mögliche Standorte für eine entsprechende Importinfrastruktur an der deutschen Nordseeküste untersucht wurden.

Derzeit schreiten Terminalplanungen in Wilhelmshaven und Stade weiter voran. Wesentlich ist nun, dass die Terminalentwicklungen nicht losgelöst von regionalen Entwicklungspotenzialen und neuen ökonomischen Perspektiven stattfinden, sondern hierfür eine begleitende LNG-Entwicklung und -Koordination für die niedersächsische Nordseeregion und darüber hinaus aufgebaut wird.

ZIELE


Die LNG.Agentur Niedersachsen verfolgt das Ziel, im engen Schulterschluss mit den verschiedenen Stakeholdern die wirtschaftlichen Chancen zu erschließen und zu nutzen, die sich aus der LNG-Entwicklung für die Unternehmen und die Region ergeben können. Eine wesentliche Motivation ist hierbei, dass die bestehenden LNG-Terminalperspektiven nicht losgelöst von regionalen Entwicklungspotenzialen und möglichen neuen Wertschöpfungseffekten realisiert werden, sondern eine darüberhinausgehende LNG-Entwicklung in der Region und Niedersachsen stattfindet, also weitere Geschäftsfelder erschlossen und Folgeinnovationen und -investitionen angestoßen werden.

Die übergeordneten Ziele des Projekts sind:

  • Förderung der LNG-Infrastrukturentwicklung an der niedersächsischen Nordseeküste

  • Förderung der LNG-Technologie als klimafreundliche Versorgungs- und Antriebsalternative

  • Unterstützung und Stärkung der Innovationsfähigkeit und -tätigkeit niedersächsischer Unternehmen in der LNG-Technologie

  • Besondere Fokussierung auf die Entwicklungspotenziale von Bio-LNG

  • Forcierung der LNG-Entwicklung in den niedersächsischen Häfen für die Versorgung LNG-angetriebener Schiffen

  • Erschließung weiterer Potenziale und Wertschöpfung aus den entstehenden LNG-Terminals an der Nordseeküste und Begleitung der Terminalrealisierungsprozesse

  • Förderung der Entwicklung und des Einsatzes von LNG-angetriebenen Schiffen und landgebundenen Fahrzeugen

  • Schaffung von Transparenz und Bereitstellung von Informationen über die LNG-Technologie

  • Kommunikation der LNG-Perspektiven gegenüber Unternehmen und regionaler Wirtschaft

  • Transfer und Vernetzung von LNG-Aktivitäten und -Akteuren in Niedersachsen

  • Etablierung einer Anlauf- und Kontaktstelle zum Thema LNG

  • Profilierung der niedersächsischen Nordseeregion als „LNG-Region“

  • Verstärkte Platzierung der LNG-Technologie im regionalen und niedersächsischen Innovationssystem

LNG BASICS


Transport & Speicherung

Liquefied Natural Gas (LNG) ist Erdgas, das durch Abkühlung auf eine Temperatur von -163 °C verflüssigt wird und so eine hohe Energiedichte erhält, um den Transport und die Speicherung zu erleichtern. Im flüssigen Zustand weist LNG nur etwa ein Sechshundertstel des Volumens von Gas unter normalem Druck auf.[1] Dadurch kann LNG über große Entfernungen mit Fahrzeugen und Schiffen befördert werden, am Bestimmungsort wieder regasifiziert und über die Gasnetze oder auf anderem Wege verteilt werden. Dafür ist eine entsprechende LNG-Infrastruktur erforderlich. Für den Transport von Erdgas stehen damit generell zwei Möglichkeiten zur Verfügung, der gasförmige Transport über Pipelines oder der Transport in flüssigem Zustand per Schiff, LKW oder Zug.

[1] Vgl. Wie klimafreundlich ist LNG? Kurzstudie zur Bewertung der Vorkettenemissionen bei Nutzung von verflüssigtem Erdgas (LNG) S. 6

Umweltverträglichkeit

Neben dem Einsatz als Energieträger in der chemischen Industrie und Wärmeversorgung findet LNG zunehmend Verwendung als alternativer Kraftstoff für Schiffe und Lkw. Durch den Einsatz von LNG wird eine signifikante Emissionsreduktion von CO2 (-20%), Feinstaub (-95%), Schwefeloxiden (-100%) und Stickoxiden (-85%) erreicht.[2]

Verglichen mit konventionellen Brennstoffen hat LNG wesentliche Vorteile im Hinblick auf seine Umweltverträglichkeit. Aufgrund seiner nicht korrosiven Wirkung ist eine Anwendung in Verbrennungsmotoren in Bezug auf die verwendeten Materialien unkritisch.

Ein besonderes Augenmerk der LNG.Agentur wird auf die Nutzung von Bio-LNG gelegt. Hierbei handelt es sich um verflüssigtes Biomethan, das in großtechnischem Maßstab bereits seit Jahren bei der Verflüssigung von Erdgas angewandt wird. Es hat die gleichen Verbrennungseigenschaften wie LNG, wird aus erneuerbaren Quellen hergestellt und vermeidet damit noch deutlich mehr Treibhausgasemissionen. Der Einsatz von Bio-LNG als Treibstoff eignet sich ebenfalls für den Straßenschwerlastverkehr und die Schifffahrt.[3]

[2] Vgl.: https://zukunft.erdgas.info/gas-im-markt/gas-im-verkehrssektor/lng-verfluessigtes-erdgas/lng-in-der-schifffahrt

[3] Gemäß Studie der Deutschen Energie-Agentur (DENA) „Bio-LNG – eine erneuerbare und emissionsarme Alternative im Straßengüter- und Schiffsverkehr“