LNG-Bunkerkonferenz

LNG-Versorgungskonzepte für den Transportsektor

1. September 2020

Onlinekonferenz. Über 60 Teilnehmer folgten der Einladung zu der Veranstaltung „LNG-Bunkerkonferenz“, die durch die LNG.Agentur Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Nautitec GmbH & Co. KG am 1. September 2020 ausgetragen wurde. Ziel der Veranstaltung war, die Entwicklungen von LNG-Versorgungskonzepten für den Transportsektor zu beleuchten und von Erfahrungen von LNG-Bebunkerungen zu berichten.

Der Einsatz von LNG als Treibstoff hat die Reedereien und Häfen vor neue Herausforderungen gestellt. Viele Initiativen und Projekte aus der Region haben dazu beigetragen, dass wir heute einen großen Schritt weiter sind. […] Mit der Initiierung der LNG.Agentur Niedersachsen wurde eine hervorragende Plattform geschaffen, die durch die Aktivitäten, Kooperation und Vernetzungen diesen zukunftsweisenden Weg erfolgreich unterstützt“, begrüßte Georg Haase, Geschäftsführer der Nautitec GmbH & Co. KG, die Teilnehmer der Veranstaltung.

Iñaki Merkel von Merkel Energy GmbH erläuterte in seinem Impulsvortrag, dass „LNG trotz höherer Investitionen eine wirtschaftliche Alternative zu Bunkerölen ist und, obwohl von einigen in Frage gestellt, sehr vorteilhafte Umwelteigenschaften bietet.“ Herr Merkel plädiert für die Erstellung einer LNG-Vorkettenanalyse, um einen objektiven Vergleich zu anderen Treibstoffen zu ermöglichen.

Erfahrungen und Einschätzungen zu LNG-Versorgungskonzepten in verschiedenen Anwendungsfeldern wurden im Rahmen von Kurzvorträgen präsentiert. So berichtete Thomas Rust von Ramboll von den unterschiedlichen hafenspezifischen Anforderungen hinsichtlich der Durchführung von LNG-Bebunkerungen. Es wurde deutlich, dass viele verschiedene Parteien an einer Genehmigung für eine LNG-Bebunkerung beteiligt sind. Derzeit gibt es noch kein harmonisches Regelwerk für die deutschen Seehäfen. Einen Beitrag dazu soll eine Studie des Deutschen Maritimen Zentrums liefern, die kürzlich beauftragt wurde und durch Ramboll ausgearbeitet wird.

Capt. Philip Bacon von ICTHUS Marine verdeutlichte in seinem Beitrag, dass eine LNG-Bebunkerung schon lange keine „Rocket Science“ mehr sei, jedoch vereinzelt noch Optimierungen bedarf. In diesem Zusammenhang erläuterte Herr Bacon den Bunkerprozess von Schiffen hinsichtlich des „Mooring“ („Festmachen“), der Verbindung der eingesetzten LNG-Transfersysteme sowie dem Gas- und Druckmanagements. Verbesserungsoptionen und zukünftige Herausforderungen bestehen laut Bacon in der Schiffskonstruktion, der Vereinheitlichung von Bunkerstandards und in der Software-Entwicklung. 

Hinsichtlich der sicheren Durchführung von LNG-Bebunkerungen stellte Prof. Kapt. Rudolf Kreutzer in seinem Beitrag die aktuellen IGF-Trainingsanforderungen sowie Bunkersimulationsmöglichkeiten vor. Im Simulator der Nautitec GmbH & Co. KG können verschiedene Bunkerprozesse realgetreu durchgeführt werden. In Zukunft könnten auch virtual und augmented reality in dem IGF-Training eine Rolle spielen, wie bereits in den Projekten „MariGreen“ und „Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Lingen“ untersucht wurde.

Mit der LNG.Agentur ist Niedersachsen angetreten, die Chancen und Potenziale für eine nachhaltige wirtschaftliche LNG-Entwicklung an der Küste und für das gesamte Land zu gestalten. Ziel der Tätigkeit ist es, die Entwicklung einer LNG-Infrastruktur sowie der LNG-Technologie branchenübergreifend in Niedersachsen und speziell in der Küstenregion aktiv zu unterstützen, aber auch kritisch zu begleiten.

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Die LNG.Agentur Niedersachsen wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung über die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert. Standort der Geschäftsstelle ist die MARIKO GmbH am Standort Leer.

Die Tätigkeiten der LNG.Agentur Niedersachsen werden durch die Partner Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V., Landkreis Emsland, Stadt Wilhelmshaven, Oldenburgische Industrie- und Handelskammer, Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg, Landkreis Leer, Landkreis Friesland, Strategierat Maritime Wirtschaft Weser-Ems, Stadt Emden und durch den Landkreis Wesermarsch unterstützt.

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