LNG-Entwicklung an der niedersächsischen Nordsee

Kick-off „LNG.Agentur Niedersachsen“

19. Juni 2020

Onlinekonferenz. Rund 100 Teilnehmer folgten der Einladung zur Online Kick-off Veranstaltung der LNG.Agentur Niedersachsen „LNG-Entwicklung an der Niedersächsischen Nordseeküste“ am 18. Juni 2020. Damit hat die erste öffentliche Veranstaltung des Projektes einen großen Zuspruch erhalten.

Mit der LNG.Agentur ist Niedersachsen angetreten, die Chancen und Potenziale für eine nachhaltige wirtschaftliche LNG-Entwicklung an der Küste und für das gesamte Land zu gestalten. Ziel der Tätigkeit ist es, die Entwicklung einer LNG-Infrastruktur und der LNG-Technologie branchenübergreifend in Niedersachsen und speziell in der Küstenregion aktiv zu unterstützen, aber auch kritisch zu begleiten. Dazu gehören auch die Einführung von CO2-freiem Bio-LNG und die Entwicklung der dazugehörigen Produktionskapazitäten.

Der Aufbau einer LNG-Infrastruktur in Niedersachsen ist aus mehreren Gründen zukunftsweisend. Durch LNG-Importe werden die Versorgungssicherheit und auch die Wettbewerbsfähigkeit im Erdgasmarkt deutlich erhöht. […] Aktuell und auf absehbare Zeit ist LNG die einzig verfügbare Technologie, die im Transport, durch LKW oder Schiffe, herkömmliche Treibstoffe wirtschaftlich und ökologisch ersetzten kann. […] LNG kann Wertschöpfung in die Region bringen, die niedersächsische Landesregierung unterstützt deshalb den Aufbau eines neuen Importzugangs im deutschen Erdgasnetz“, mit diesen Worten begrüßte Minister Dr. Bernd Althusmann in einem Videobeitrag die Teilnehmer der Veranstaltung.

Iñaki Merkel von Merkel Energy betonte in seinem Vortrag, dass „LNG im Energiemarkt sicherstellt, dass der Wettbewerb im Erdgasmarkt aufrechterhalten bleibt und der Ausbau der erneuerbaren Energie, trotz Ausstieg aus Atom und Kohle, gewährleistet wird. LNG im Transportsektor leistet im Schwerlastverkehr und in der Schifffahrt einen wesentlichen Beitrag, die klimapolitischen Ziele für 2030 zu erreichen. CO2-freies Bio-LNG wird zur kompletten Dekarbonisierung bis 2050 beitragen.“

Erfahrungen und Einschätzungen zum Einsatz von LNG in verschiedenen Anwendungsfeldern wurden im Rahmen von Kurzvorträgen präsentiert. So verdeutlichte Silvano Calcagno von der Liqvis GmbH, dass LNG als Treibstoff die einzig saubere Alternative im Schwerlastverkehr sei und stellte in dem Zusammenhang den Aufbau eines LNG-Tankstellennetz seitens Liqvis vor. Ergänzend dazu erläuterte Frank Bonaldo vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Potenziale für den Einsatz von Bio-LNG im Schwerlastverkehr gegenüber anderen Antriebs- und Kraftstofftechnologien.

Hinsichtlich der Gasversorgung Deutschlands stellte Matthias Schulz von Gasunie Deutschland Transport Service GmbH die Rahmenbedingungen für den Aufbau einer LNG-Infrastruktur dar.  Er verwies auf den Netzentwicklungsplan Gas 2020, der einen zusätzlichen Importbedarf ausweist und plädierte auf die Bereitstellung der erforderlichen Einspeisekapazität für Deutschland. Manfred Schubert von Hanseatic Energy Hub GmbH berichtete über die geplante LNG-Terminalentwicklung am Standort Stade mit dem Industriepark Dow Stade.

Christian Hoepfner von Wessels Marine GmbH präsentierte das Konzept einer innovativen LNG-Bunkerbarge, die wie den höhenverstellbaren Fahrstand einen (zeit)optimierten Bunkerprozess ermöglicht. Bei der AG EMS wird bereits die zweite Fahrgastfähre auf einen LNG-Antrieb umgerüstet. Claus Hirsch präsentierte das Umbau-Projekt der „MS Münsterland“ berichtete von den Erfahrungen hinsichtlich des Einsatzes von LNG als Treibstoff.

Die Statements der Vortragenden wurden intensiv diskutiert. Insbesondere an den Themen Methan-Verbrennungsemissionen („Methanschlupf“) und Bio-LNG bestand viel Bedarf zum Austausch. Diese und weitere Themen wird die LNG.Agentur aufgreifen und im Rahmen von weiteren Veranstaltungsformaten, Expertengesprächen und Publikationen vertiefen.  Die Präsentationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Zum Thema „Bio-LNG“  findet am 8. Juli eine Informationsveranstaltung  statt.

Die LNG.Agentur Niedersachsen wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung über die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) gefördert. Standort der Geschäftsstelle ist die MARIKO GmbH am Standort Leer.

Die Tätigkeiten der LNG.Agentur Niedersachsen werden durch die Partner Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V., Landkreis Emsland, Stadt Wilhelmshaven, Oldenburgische Industrie- und Handelskammer, Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg, Landkreis Leer, Landkreis Friesland, Strategierat Maritime Wirtschaft Weser-Ems, Stadt Emden und durch den Landkreis Wesermarsch unterstützt.

Auftakt, Kick-off, LNG-Entwicklung

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